Nachteulen

05:45h: Herr B. geht über die Station, Herr G. folgt ihm. Merkwürdige Uhrzeit um spazieren zu gehen. Noch merkwürdiger war das Outfit der zwei Nachtschwärmer:

Herr G., nur bekleidet mit einer bunten Unterhose, keine Schuhe, in der Hand einen Spiegel. Ihm folgt Herr G.,bekleidet mit einer geschlossenen Vorlage (´Pampers´) er reibt sich die Hände wie verrückt, freut sich dabei ohne Ende. Um den Bauch hat er sich 2 Ledergürtel gebunden. Zwei Cowboys, die ausgeraubt wurden war mein erster Gedanke.

Warum die das Outfit getragen haben weiß ich nicht, beide gaben durch die Demenz nur unbefriedigende Antworten, Herr B. wollte mit dem Spiegel die Holztüren vermessen, Herr G. hat die Gürtel zum abpumpen des Wassers im Zimmer benötigt damit die Fahnen sich nicht im Klo verwickeln.

 

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6 Antworten zu “Nachteulen

  1. Oh weia…. wie gut kenne ich solche Situationen…. *seufz* wenn es nicht so tragisch wäre, dann müsste man (fast) lachen….

  2. Wäre schon lustig wenn es nicht so traurig wäre. Demenz ist echt was furchtbares.

    Was macht ihr eigentlich in den Situationen, wenn sich ein Bewohner äußert das er gar nicht bei euch wohnt und unbedingt wieder nach “Hause” möchte?

    • Das passiert täglich.Bei den meisten Bewohnern braucht man da nicht mit der Wahrheit kommen, es helfen fast nur Notlügen sonst sind die Bewohner verschwunden.
      Ehemann/Ehefrau/Tochter/Sohn ist kurz einkaufen, kommt gleich wieder.
      Es geht die nächsten Tage nach Hause.
      In einer Stunde gehts nach Hause.

      Hört sich blöd an ist aber effektiv.

      Findet gerade ein hausinterne Aktivität statt, sei es Gymnastik,Gesprächskreis, Spielenachmittag, Spaziergänge etc schicke ich den Bewohner dort hin, in aller Regel lenkt das gewaltig ab.

      Abgeschossen mit Medikamenten wird dann niemand, die würden das Zeug mir garantiert auch vor die Füße spuken.

  3. Auch wenn ich allgemein mit Dementen Menschen mein Problem habe – und dabei ist meine Großmutter an Alzheimer verstorben – so liebe ich deine kleinen Einblicke in das Leben und die Kuriositäten bei euch im Heim. Vielen Dank dafür und dafür, dass du einen Job machst, den ich nicht machen könnte.

  4. gut das es heime gibt in denen demente menschen so sein dürfen wie sie sind . . . .

  5. Gut zu wissen, dass es woanders genauso heiss zugeht. ;-D

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