Storch

“Kommt heute noch jemand hier vorbei?” fragte ich die Bewohnerin.

“Ja, aber ich weiß gar nicht wer kommt.” sagte sie.

“Na ja, bei 6 Kindern kann man da auch mal durcheinander kommen.” sagte ich ihr.

“Stimmt.” meinte sie.

“Oh man…. 6 Kinder… da waren die Winter aber früher sehr kalt…. oder es lief nichts im TV.” rätselte ich.

“Hör mir auf. Kaum hatte mein Mann die Hose auf den Bügel gehangen… naja.. nun.. schon kam der Storch. Wir hatten mal eine Wallfahrt nach Lourdes, da stellte mein Mann mich hinter einen Pfeiler… nicht das ich da auch noch die unbefleckte Empfängnis zusätzlich erhalte… das war nach dem dritten Kind…..” erzählte sie.

“Entweder hat das nicht geklappt oder dein Mann hat die Hose noch einige Male auf den Bügel gehangen…..” überlegte ich.

“Aber jetzt brauche ich keine Angst mehr haben, meine Brutmaschine hat einen kleinen Defekt.” sagte sie.

Na…… ob ich das so glauben kann……

Ohren

“Ich glaub ich hab gleich Sex.” sagte die Bewohnerin zu einer anderen Bewohnerin.

“Echt?” fragte ich.

“Ja, ich glaub gleich ist es halb sechs.” sagte sie.

Meine Ohren.
Schlimm…

Poloshirt

Eine Bewohnerin liegt mit einem Poloshirt im Bett, alle Knöpfe sind geöffnet. Und das Teil hat viele Knöpfe. Alleine kann sie die Knöpfe nicht durch die kleinen Löcher stecken.

“Du hast ja alle Knöpfe da auf, soll ich die Dinger mal zumachen?” fragte ich.

“Ja, mach mal.” sagte sie.

“Sonst komme ich hier noch auf andere Gedanken wenn ich dich hier so liegen sehe.” sagte ich.

“Ah… auf gute oder schlechte Gedanken?” fragte sie.

“Tzja… gute Frage. Kann man sehen wie man will. Dann entscheide ich mich für die guten Gedanken.” sagte ich.

“Ohha, dann muss ich ja aufpassen wo Du da deine Hände hast.” sagte sie.

“Schlechte Gedanken meinte ich, ich meinte ich komme auf schlechte Gedanken, hörst Du?” sagte ich.

Maaan. Diese Fangfragen…

Schnur

Eine Ü-90 Bewohnerin sitzt in ihrem Fernsehsessel, ich betrete das Zimmer:

“Ach, hoffentlich ruft mein Sohn heute nicht an, mir schmerzen die Knochen heute so und das Telefon steht weit weg. So schnell kann ich gar nicht aufstehen wenn es klingelt. Vielleicht sollte ich mir mal so ein anderes Telefon besorgen. Wissen Sie, so ein Handy ohne Schnur…. meinen Sie so etwas gibt es schon zu kaufen?” fragt sie mich.

“Hui, ein schnurloses Handy. Meinen Sie die Technik ist schon so weit?” frage ich.

“Vielleicht. Aber was das wohl wieder alles kostet. Kann sich kein Mensch erlauben!” schimpft sie.

Klar gibt es Bewohner mit Handys. Der größte Teil hat aber noch kein Handy dabei. Ist auch nervig mit den ganzen Kabeln und Handyschnüren…

Herd

“Kommt deine Tochter heute noch?” fragte ich eine Bewohnerin.

“Ne, die bekommt einen neuen Elektroherd. Der alte Herd ist hinüber, schrottreif, verschiedene Funktionen sind kaputt und er tut nicht das was er tun soll……… also vergleichbar mit dir!”

Pffft!

Sonne

Die ersten Sonnenstrahlen trafen Frau S. mitten in das Gesicht und das am Vormittag Ende Februar.

“Oh, die Sonne ist aber heute stark, Herr Sven. Im Sommer wird das hier auf dem Balkon bestimmt warm, oder?” fragte die 92 Jahre alte Dame.

“Ja, im Sommer ist hier bis zum Mittag die Sonne, da müssten Sie dann die Jalousien etwas herunter lassen. Sonst wird das echt zu warm, gerade im Zimmer.” sagte ich.

“Oder ich setze mich mit Bikini in das Zimmer.” antwortete sie.

“Hui, wenn ich da mal nicht auf falsche Gedanken komme!” meinte ich.

“Oh Gott, wie ich rede. Wenn mich mein Sohn hört, der erkennt seine Mutter gar nicht wieder.” sagte sie.

“Mit 92 Jahren darf man reden wie man will.” antwortete ich.

“Wenn Sie meinen.” sagte sie.

“Ich warte dann mal auf den warmen Sommer, mal schauen in welchem Outfit Sie mich dann empfangen werden.” sagte ich.

“Oh Gott, Sie wieder. Erzählen Sie das nur nicht meinem Sohn wie ich hier rede!”

Keine Panik, die Kinder müssen ja nicht alles wissen.

Abschied

Eine Bewohnerin besuchte mich heute Abend im Schwesternzimmer, die Frau ist geistig total fit. Ihr Sohn fliegt morgen wieder nach Australien und sie hatte sich heute schon von ihm verabschiedet. Dort lebt er schon sehr lange. Nächstes Jahr kann er seine Mutter nicht besuchen da der Flug zu teuer ist.

“Ich hoffe ich sehe ihn dann übernächstes Jahr noch einmal, ich bin ja auch nicht mehr so jung.” sagte sie und ging mit Tränen aus dem Schwesternzimmer.

Heute wird sie bestimmt schlecht schlafen können.