Balkonwut

Ein Bewohner sitzt mit seiner Schwester auf dem Balkon. Ich komme dort vorbei, schaue kurz vom Balkon herunter, wollte gerade wieder gehen, da bellt mich die Schwester des Bewohners an:

„Wollen sie meinen Bruder jetzt schon ins Bett verfrachten? Ne, junger Mann, da kommt nichts nach, das ist noch zu früh! Kann ja nicht angehen, der bleibt noch auf. Ich war früher selbst mit beiden Beinen im Berufsleben, mir macht man nichts vor. Das sind ja Zustände hier.“ meckert sie munter weiter.

Heijeijei, locker bleiben, sonst wird die Unterhose noch feucht.

„Ihr Bruder kann ganz gut selbst entscheiden wann er zu Bett will, das müssen sie nicht für ihn übernehmen. Wenn die Schwester etwas für ihren Bruder entscheidet, der auch noch neben ihr sitzt, tzja, solche Zustände finde ich schlimm.“

Schnell mal den Bruder gefragt:

„Bist du schon mal zu dieser Uhrzeit ungefragt zu Bett gekommen?“

„Nee.Nie.“

„Und wann habe ich dir das letzte Mal geholfen in das Bett zu kommen?“

„Ich glaube noch nie. Das machen immer die Frauen.“

„Dann noch einen schönen Abend hier. Bis später.“

Zwanzig Minuten später waren beide wieder Richtung Zimmer unterwegs:

„Ich wollte meinen Bruder da eben nicht bevormunden. Das haben sie völlig falsch verstanden.“ flötet sie mir zwei Oktaven höher zu.

„Ach, du bist ganz schön ins Fettnäpfchen getreten!“ sagt er zu ihr.

Oder so. Einfach mal drauf los schnattern. 

Weiber…

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Reklame

Ein Bewohner war den ganzen Tag unterwegs, ich sah ihn erst gegen 19:30h.

„Warst du kaffeesieren?“ fragte ich.

„Ja, ich wollte hier neue Kundschaft für euch anwerben!“

„Hat ja prima geklappt, ich sehe hier keine neuen Bewohner.“ sagte ich.

„Die meinten alle sie wären körperlich und geistig zu fit für den Laden hier. Aber ich habe gesagt der Pfleger kann das mit der körperlichen Fitheit ganz schnell ändern. Da wird auch mal ein Knüppel zwischen die Beine geworfen.“

„Man merkt es, im Verkauf hast du früher nicht gearbeitet. Bei den Geschichten von dir werden deine Freunde hier doch niemals einziehen.“ antwortete ich.

„Ne, meine Freunde nicht, aber zwei Freunde wissen nun wo sie ihre Frau später verfrachten werden. Also habe ich doch die Werbetrommel gedreht!“

Hmm, vielleicht war er früher doch im Verkauf tätig….

Name

Frau P. kommt mir auf dem Flur entgegen, sie möchte etwas, zieht die Augenbrauen hoch und nickt in Richtung ihres Zimmers.

So nicht, ich gehe weiter. Sie ruft mir zu:

„HANNES!“ 

Ich gehe zu ihr, schüttel meinen Kopf.

„FRANK!“

Ich schüttel meinen Kopf.
„RAINER!“

Schüttel Kopf.

„RENÉ!“ 

*Kopfschütteln*

„Mensch, ich kann mir keine Namen merken, nu helfe mir schnell, um 17 Uhr fängt doch im Dritten ‚Bingo‘ mit Michael Thürnau an!“

Stimmt, Namen und Uhrzeit merken klappt mal so gar nicht…..

Tüte

„Wo wird hier gekifft?“ fragt mich ein Bewohner.

„Wenn ich das wüsste wäre ich froh!“

„Nu, los jetzt!“ sagt er.

„Ich kann dir da nicht helfen, habe hier keinen gesehen.“

„Dann nicht!“ antwortete er.

Später blätterte er in der „Bild der Frau“, „Frau im Spiegel“ und „Das neue Blatt“. 

Bei der Auswahl an Zeitschriften hätte ich auch nach einer Tüte gefragt.

Tür

Ich betrete das Zimmer einer Bewohnerin und lasse dabei die Tür offen:

„Mach doch die Tür zu. Oder hast du Angst davor von mir vergewaltigt zu werden?“ fragt sie.

„Na ja, so kann ich wenigstens noch um Hilfe schreien wenn es wirklich dazu kommt.“

„Brauchst keine Angst haben, es passiert dir nichts.“ meint sie.

Ne,ne. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, Tür bleibt offen!

Leihfrau

Bewohner:

„Hast du eine Frau?“

„Ja.“

„Dann kann ich die ja auch mal kriegen.‘

„Ppphh… ja,ne… kläre das mit ihr ab.“

„Brauche ich nicht.“

Hoffentlich ist heute Abend noch Platz für mich im Bett.

Pralinen

Unten im Eingangsbereich waren zwei Bewohnerinnen mit einer Packung Mon Cheri beschäftigt:

„Ach, schau an, da sitzen die Damen und beschäftigen sich!“ sagte ich.

„So, da haben Sie ja noch gerade die Kurve gekriegt.“ antwortete eine der Damen.

„Was? Wieso?“

“ ‚Da sitzen die dicken Weiber und fressen sich den Wanst mit Alkoholpralinen voll‘ … der Wortlaut lag doch auf ihrer Zunge. Hören Sie auf, ich kenne Sie genau!“ sagte sie.

„Nun…. ähm… ja, JA. Ich kann das nicht abstreiten.“

Beide lachten und hatten ihren Spaß.

Bin wohl sehr durchschaubar…