Frohe Weihnachten

Ich wünsche euch eine schöne Weihnachtszeit.

Schlagt euch die Bäuche nach Möglichkeit voll!

*gesendet aus der Nachtschicht*

J.Sinclair

Diese Geschichte hat sich vor einigen Monaten in der Nacht abgespielt:

Ich war ewig nicht mehr sprachlos, in dem Moment schon.

Worum geht es?

Ein Ehepaar wohnte gemeinsam auf einer Station, lebten aber auf unterschiedlichen Zimmern.

Nun verstarb die Frau, nicht ganz unerwartet. Die Dame war vielleicht zwei Minuten verstorben, ich wollte gerade los und die Vitalfunktionen routinemäßig bei ihr überprüfen, da klingelte der Mann der verstorbenen Frau. Er hatte sein Zimmer auf einem anderen Flur der Station.

Da es quasi auf dem Weg lag, ich wollte gerade das Blutdruckmessgerät holen, bin ich zu ihm hingegangen. Falls seine Frau stirbt wollten die gemeinsamen Kinder ihn informieren. Nun wusste aber noch niemand etwas über den Tod der Dame da es ja wie geschrieben keine zwei Minuten her war. Ich betrete sein Zimmer:

„Sven, hier war gerade eine Frau mit schwarzem Rock und Oberteil im Zimmer. Sie kam zu meinem Bett und sagte ‚Ja. Ja. Ja. Ja.‘.“

Mir lief ein eiskalter Schauer über den Rücken, die ganze Situation war völlig surreal.

„Hör auf, hier war keine Frau.“ sagte ich mehr zu mir als zu ihm.

„Doch, sie stand hier direkt am Bettgitter. Hast du sie nicht gesehen?“

„Puuh. Ne, habe ich nicht.“ sagte ich. Wollte ich auch nicht wirklich. Es war alles unwirklich, die ganze Szene war hart, hier seine verstorbene Frau und da ist der Ehemann mit dieser wilden Story.

Wieder zurück, den Kolleginnen davon berichtet, die dachten ich erzähle einen vom Pferd. Die Story kam bei denen auch eher unprickelnd an.

Der Mann der Verstorbenen war klar im Kopf zu dem Zeitpunkt, ich hatte keine Ahnung was da los war. Es war gespenstisch.

Einige Meter weiter, fast gegenüber von dem Zimmer des Mannes, steht eine Sitzgarnitur mit Sofa. Dort lag sie, die Frau mit der schwarzen Kleidung. Meine Kollegin sah sie dort liegen. Sie schlief.

Es war eine demente Bewohnerin im schwarzen Nachthemd von einer anderen Station, die sich zufällig im Zimmer des Bewohners verirrt hatte. Diese Bewohnerin sagt immer ‚Ja. Ja. ja.‘

Hier passte einfach alles zusammen. Das kommt beim lesen vielleicht nicht so rüber, es war aber eine beklemmende Situation.

Fahrstuhl

„Regnet es morgen?“ fragte mich die Bewohnerin.

„Mittags soll es etwas regnen, danach nicht mehr laut App.“ sagte ich.

„Kann davon der Fahrstuhl stecken bleiben?“

„Würde mich nicht wundern, ich sage aber trotzdem ‚Nein‘.“

„OK, dann kann ich rauchen fahren.“

Planung. So wichtig.

Frohe Weihnachten…

…wünsche ich euch! Genießt die Tage.

Hilfe, was vergeht die Zeit, hier habe ich ewig nichts mehr geschrieben.

Gibt es etwas Neues?

Ich bin im September komplett in den Nachtdienst gewechselt.

Nicht vergleichbar mit dem Dienst am Tag. Mir gefällt es richtig gut.

Tolle Kollegen, mehr Geld, mehr Freizeit. Und privat können wir mit Kind und Hund besser die Tage organisieren.

Nachts passieren auch viele unglaubliche Geschichten, ich werde ab 2019 öfter mal wieder hier was schreiben.

Bis dann!

Gesicht

„Und? Wie sieht es aus?“ fragte ich eine Bewohnerin, die vor einigen Tagen die Station gewechselt hat. Ich sehe die Frau so gut wie gar nicht mehr.

„Ach. So oft muss ich Ihr Gesicht ja nun nicht mehr sehen, also kann ich sagen: alles prima!“ antwortete sie.

Ok, mal endlich jemand ehrlich.

10 Minuten später komme ich wieder bei ihr vorbei:

„Ah, junger Mann. Sie sind immer so nett! Und immer gut zufrieden! Schön!“

Ja, die lachende Hackfresse, die man nicht gerne sehen will läuft wieder dumm grinsend durch das Haus.

Schon verstanden.

#twitternwierueddel

Momentan liest man unter dem Hashtag ja die krassesten Sachen.

Rüddel, ehemaliger Seniorenresidenzbetreiber, sitzt an der Spitze des Gesundheitsausschusses.

Wer setzt da so einen Schmok hin?

Mal sehen was da noch kommt.

Karneval

„Willst du gleich auch nach unten? Da wird Karneval gefeiert!“ fragte ich einen Bewohner.

„Hör auf, ich habe mir das frustrierende Spektakel angeschaut, da kannste mich lieber abschlachten bevor ich da hingehe.“

In diesem Sinne: „Helau“ oder „Alaaf“.