Bewohner

Herr C., Bewohner einer anderen Station, war auf dem Weg in den Speisesaal zum Frühstück.

„Na Meister, gute Laune heute?“ fragte er.

„Sicher, selbst auch?“ 

„Sehr gute Laune habe ich!“ tönte er.

„Du, so etwas kann ich ganz schnell ändern, musst mir nur ne kurze Info geben.“

„Die Laune vergeht mir gleich beim Frühstück schon von selbst, da kommen ja auch einige Weiber hin, einige zum weglaufen dämlich. Die erzählen vielleicht Stuss.“

„Naja, dann bist du da ja gut aufgehoben.“

„Verschwinde auf deine Station!“ zischte er.

Später am Vormittag erzählte er unten im Erdgeschoss Geschichten von früher. Und mit wem saß er zusammen?

Genau, mit den „dämlichen Weibern“ vom Frühstück.

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2018

Ein Bewohner sieht mich in Zivilkleidung auf der Station, ich sitze vor dem Laptop:

„Ah, heute mal nicht in weiß und ohne Kittel. Finde ich persönlich natürlich prima. Endlich haben sie dir die Klamotten weggenommen, dann kannst du auch keinen Blödsinn auf der Station machen. Da fängt das Jahr doch gut an.“

Joah, da stimme ich ihm zu.

Flur

„Ihr Zimmer ist gaaaaanz hinten, vorletzte Tür auf diesem Flur.“ sagte ich dem Bewohner.

„Ganz schön langer Flur…. fast so lang wie in einem Altenheim.“ sagte er.

Guter Flurvergleich! 

Weihnachten 2017

Ich wünsche euch ein ruhiges Weihnachtsfest und besinnliche Feiertage, feiert alle ordentlich! 

Obst

„Hast du Obst da? Vielleicht eine Birne?“ fragte eine Bewohnerin.

„Mmh, ne. Äpfel, Bananen oder Orangen kann ich anbieten.“

„Oooh, Orangen. Nehme ich. Habe ich noch nie gesehen und gegessen.“ antwortete sie.

„Quatsch, glaube ich nicht!“

„Doch, ist so. Gib mal her die Dinger!“ sagte sie.

Ich gebe ihr die Orangen.

„Ach…. spreche doch in deutscher Sprache mit mir. Das sind ja Apfelsinen! Die will ich nicht.“

Gut,  dann eben Apfelsinen….. 

Programm

„Du, was kann ich heute Abend im TV gucken? Schau mal in die Zeitung. Aber keinen Krimi! Den vertrage ich heute Abend nicht.“ sagte mir eine Bewohnerin.

„Mmmh, hier kommt z.B. noch eine Reportage über Mecklenburg Vorpommern. Wie wäre es damit?“

„Mecklenburg Vorpommern?!? Ppffft. Ach komm, mach mal dann lieber den Tatort an.“ meint sie.

Balkonwut

Ein Bewohner sitzt mit seiner Schwester auf dem Balkon. Ich komme dort vorbei, schaue kurz vom Balkon herunter, wollte gerade wieder gehen, da bellt mich die Schwester des Bewohners an:

„Wollen sie meinen Bruder jetzt schon ins Bett verfrachten? Ne, junger Mann, da kommt nichts nach, das ist noch zu früh! Kann ja nicht angehen, der bleibt noch auf. Ich war früher selbst mit beiden Beinen im Berufsleben, mir macht man nichts vor. Das sind ja Zustände hier.“ meckert sie munter weiter.

Heijeijei, locker bleiben, sonst wird die Unterhose noch feucht.

„Ihr Bruder kann ganz gut selbst entscheiden wann er zu Bett will, das müssen sie nicht für ihn übernehmen. Wenn die Schwester etwas für ihren Bruder entscheidet, der auch noch neben ihr sitzt, tzja, solche Zustände finde ich schlimm.“

Schnell mal den Bruder gefragt:

„Bist du schon mal zu dieser Uhrzeit ungefragt zu Bett gekommen?“

„Nee.Nie.“

„Und wann habe ich dir das letzte Mal geholfen in das Bett zu kommen?“

„Ich glaube noch nie. Das machen immer die Frauen.“

„Dann noch einen schönen Abend hier. Bis später.“

Zwanzig Minuten später waren beide wieder Richtung Zimmer unterwegs:

„Ich wollte meinen Bruder da eben nicht bevormunden. Das haben sie völlig falsch verstanden.“ flötet sie mir zwei Oktaven höher zu.

„Ach, du bist ganz schön ins Fettnäpfchen getreten!“ sagt er zu ihr.

Oder so. Einfach mal drauf los schnattern. 

Weiber…