Motzqueen

Eine FSJlerin, quasi eine Jahrespraktikantin, bei uns auf Station neu angefangen. 17 Jahre jung, hatte vorher schon einmal bei uns als Aushilfe gearbeitet.
Nun hatte sie mit meiner Kollegin Spätschicht, diese Kollegin kann schon ziemlich zickig werden. So auch wohl in der Spätschicht mit der FSJlerin, denn am nächsten Tag war diese beim Heimleiter und wollte kündigen.
Die Kollegin war sich keiner Schuld bewusst, hatte dann am übernächsten Tag ein Gespräch mit dem Heimleiter, unserer Stationsleitung, der FSJlerin und deren Mutter.
Der Heimleiter sagte bei dem Gespräch der Kollegin wohl noch einmal folgende Punkte:
So gehts nicht, achte auf deine Tonwahl, respektiere deine Kollegin usw. Es ist schon das zweite Gespräch in dieser Form für die Kollegin. Muss also wohl was dran sein an dem Umgangston.
Laut Stationsleitung war das Gespräch völlig „harmlos“.
Der Kollegin hat das aber zugesetzt, war danach krank, hatte eine Art Nervenzusammenbruch.
So etwas kann ich nicht nachvollziehen, die Dame weiß doch genau wie sie drauf sein kann.
Ich habe es auch schon oft von ihr zu hören bekommen, mich interessiert das aber nicht wirklich.
Nach Ablauf der Krankmeldung war sie wieder am arbeiten, ruhig, aber geladen, konnte man merken.
Sie will jetzt „ihr Ding hier durchziehen, die anderen Mitarbeiter sind ihr egal, keiner hat sich gemeldet als sie krank war, usw. Sie sei ganz enttäuscht von uns.“
Ja, arme Frau, mein Mitleid hält sich stark in Grenzen.
Wer mir zu mir sagt, er „sei froh, nicht so oft mit mir Dienst zu haben!“ den rufe ich garantiert nicht an. Da frage ich nach Ablauf der Krankmeldung auch nicht nach dem Gesundheitszustand.

Die FSJlerin ist wieder da, arbeitet zur Zeit verstärkt mit mir.

Kein Wunder, wer will da noch kündigen! *hüstel* 😉

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9 Antworten zu “Motzqueen

  1. Puh, sowas ist sicher für keinen einfach. Ich hab meine Zivizeit im Altenheim verbracht. Da gabs auch eine, vor deren Art mir jedoch bereits vorher (entweder von einer anderen Schwester oder einem anderen Zivi) gewarnt wurde. Die war gegen deine aber wohl nur halb so schlimm. Als sie einmal besonders heftig drauf war, hatte sie sich auch später für ihr Verhalten entschuldigt, das sei nicht richtig gewesen 🙂

    Schön, dass sie geblieben ist. Aber es heißt ja nicht umsonst Freiwilliges Sven-Jahr. Oder steht das Kürzel etwa für was anderes? :mrgreen:

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  2. Solche Kollegen kenne ich auch. Schrecklich, wenn man schon vor der Übergabe gucken muß, wie denn so die Stimmung ist.

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  3. Anscheinend hat diese Kollegin ein völlig anderes Bild von sich selbst, als Ihr es von ihr habt. Deshalb war sie auch so erschüttert nach dem Gespräch und so verwundert, daß keiner sie angerufen hat. Mit Sicherheit hält sie sich selbst für nett und freundlich und kann Eure Reaktionen gar nicht verstehen.

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  4. Da entscheidet sich eine junge Frau für ein FSJ und wird so „empfangen“ (falsches Wort, es sind ja sicher nicht alle so zickig 😉 ) Arbeite selbst mit Freiwilligen und finde es teilweise erschreckend, dass Kollegen der jungen Menschen so schnell vergessen, dass es zum größten Teil unerfahrene Hilfskräfte sind, die sich erst noch ins Arbeitsleben einfinden müssen.. Und gerade in Bereichen wo Nachwuchs händeringend gesucht wird.
    Überraschend finde ich allerdings dass der Träger bei diesem Gespräch nicht mit anwesend war sondern die Mutter..

    Schön dass die junge Frau sich nochmal umentschieden hat! 🙂

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  5. Oh, solche Kollegitäten kenne ich zur Genüge! Wenn man sie offen auf ihr sehr unfreundliches und auch überaus unkollegiales Verhalten anspricht, dann reagieren sie stets recht beleidigt und echauffiert, denn sie empfinden sich selbst mit Sicherheit als äußerst angenehme Zeitgenossen/innen… :mrgreen:

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