Zellstoff

Ein Praktikant einer anderen Station geht mit drei Paketen Zellstoff über den Flur, er sieht mich:

“Hallo, was habe ich hier in der Hand?”

“Zellstoff, drei Pakete.” antworte ich.

“Zellstoff?!?!?”

“Ja. Was fragste so komisch?”

“Zellstoff… Zellstoff… hört sich aber komisch an… warum nennt man das so?”

“Was weiß ich, ruf beim Hersteller an.” sage ich.

“Zellstoff. Hört sich irgendwie ätzend an. So wie eine Chemikalie. Richtig ätzend.”

“Sag mal, wie heißt Du?” frage ich.

“Joshua-Jannik.”

“Ok. Und mit so einem Namen erzählst Du mir Zellstoff höre sich ätzend an. Da ist Zellstoff aber weit vor Joshua-Jannik.Oder?”

“Hää? Hast Du was geraucht?” fragt er.

“Na, weniger als Du, glaube ich.”

“Höhöhö.”

Maaaan ey, was für Pfeifen es gibt.

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15 Antworten zu “Zellstoff

  1. Manche Eltern scheinen ihr Kind schon im Bauch zu hassen bei solchen Namen. Kein Wunder, dass die dann wirres Zeug erzählen

  2. Halte den Eltern zugute, daß der Ärmste nicht Kevin-Joshua benamst wurde ;-)

    (Echt. Es gibt sie. Die Generation DOOF. Aber trrotzdem werden wir damit belogen: Es sind mehrere Generationen DOOF …)

  3. Man hätte dem jungen Mann auch einfach erklären können, warum der Zellstoff Zellstoff heisst, anstatt ihn derart pampig auflaufen zu lassen.

  4. Da muss ich quioo schon irgendwie recht geben. Wäre das nicht doch irgendwie ein bisschen freundlicher gegangen?

  5. >> Als Zellstoff bezeichnet man die beim chemischen Aufschluss von Pflanzenfasern entstehende faserige Masse, die vorwiegend aus Cellulose besteht.

    Zellstoff ist, neben Holzschliff, ein wichtiger Rohstoff der Papierherstellung. 90 % des weltweit erzeugten Zellstoffs wird aus Holz hergestellt.[1] Die Verwendung von Einjahrespflanzen wie Stroh, Bagasse, Kenaf oder Bambus als Rohstoff geht weltweit deutlich zurück.

    Die Herstellung von Zellstoff erfolgt regional unterschiedlich aus Industrierestholz oder Plantagenholz. In Europa und Nordamerika wird beispielsweise Sägerestholz (meist Nadelholz) verwendet. In Südamerika, Südafrika und Australien wird oft Laubholz aus Waldplantagen (schnellwachsender Eukalyptus) eingesetzt. Das Holz wird zunächst zu geschnitzeltem Holz (Hackschnitzel) verarbeitet und anschließend chemisch aufgeschlossen. Vorherrschend ist

    das alkalische Sulfat-Verfahren, mit dem über 95 % der Weltproduktion hergestellt werden. Sowohl Laub- als auch Nadelholz kann verwendet werden. Daneben gibt es
    das saure Sulfit-Verfahren. Nur noch 2 % bis 3 % werden nach diesem Verfahren hergestellt. Der Aufschluss von stark harzhaltigem Holz, wie Kiefernholz, ist hierbei selten. Meist wird Fichten-, Buchen- oder Eukalyptusholz verwendet. Das Sulfitverfahren hat eine stabile Marktnische bei der Herstellung von Viskosezellstoff.

    Es wird qualitativ zwischen Nadelholz- und Laubholzzellstoff unterschieden. Nadelholz-Sulfatzellstoff hat lange, feste Fasern von durchschnittlich 3,3 mm Länge und gibt Papier dadurch eine Armierung. Laubholz-Zellstoff hat kürzere Fasern von etwa 1 mm Länge. Er eignet sich für die Herstellung von glatten Papieren (Schreib-, Kopierpapier) oder Tissue (Hygienepapier).[1] <<
    (Quelle: Wikipedia)

    Wer weiß das schon ohne Unterstützung aus dem Internet? Außerdem war die Frage schon beantwortet: "Was weiß ich…ruf beim Hersteller an".

    Die Zeit das während des laufenden Dienstes die Frage zu klären, hat ein Pfleger sicher nicht.

    • Niemand erwartet einen Dozentenvortrag, aber wenn alle Fragen eines Praktikanten – auch die vielleicht etwas ungewöhnlichen – gleich mit einem unfreundluichen “wasweißichduhastjaauchnenbeklopptenNamen” abgebügelt werden, dann hätte ich ziemlich schnell keine Lust mehr auf ein Praktikum. Zumindest würde ich “den” Pfleger nix mehr fragen.

  6. Kurz geantwortet, Zellstoff kommt von Zellulose, hätte doch gereicht.

  7. Das meine ich auch, er ist ja schließlich ein Praktikant der in die Tätigkeit als Pfleger hineinschnuppern will ob der Beruf für ihn etwas ist.

  8. Habe den Artikel vor einigen Tagen gelesen und mir da schon dasselbe gedacht wie das, was nun hier in der Zwischenzeit einige andere Kommentatoren geschrieben haben.

  9. Wenn der liebe Joshua-Jannik auch nur über etwas Allgemeinbildung verfügen würde, dann wüßte er, das Zellstoff von Zellulose kommt und was das eigentlich ist. Wie einer meiner Vorredner schrieb: GENERATION DOOF!!!

    • Klar, jeder verbindet mit “Zell” gleich Zellulose. In den Medien geht es ständig um Zellen in der Forschung. Somit kann ich nachvollziehen, dass der Praktikant damit etwas Chemisches verbindet. Deswegen ist er noch lange nicht doof. Wenn man gerade von der Schule kommt, verfügt man nicht über die Allgemeinbildung, über die man später verfügt. Die Menschen, die vorschnell andere verurteilen wie du, gehören eher zu der Generation, in die du den jungen Mann einsortierst.

      • Tja, in diese Generation sortiere ich gerade Dich ein!
        Auch während meiner Schulzeit habe ich mich schon für andere Dinge interessiert, als nur Disco, Beauty und Fashion und mir damals schon ein gewisses Allgemeinwissen erworben. Die heutige Generation ist langweilig und interesselos – sicher gibt es auch Ausnahmen, aber das sind wenige. Wer nimmt da mal ein gutes Buch in die Hand oder guckt sich auch mal wissenschaftliche oder kulturelle Sendungen an? Nee, da ist lieber DSDS und irgendwelche dümmliche Reality Soaps gefragt. Ist ja auch einfacher, muß man ja nix dabei denken.

      • Da ich aufgrund meines Alters wohl als Einziger (?) hier tatsächlich zu besagter Generation gehöre, möchte ich etwas hinzufügen.

        An Tanja:
        1) Deine Kritik am TV-Programm kann ich nur unterschreiben. Allerdings entfalten die Soaps und Shows ihre Wirkung bei weitem nicht nur bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, sondern in der gesamten Bevölkerung; und wie sich gezeigt hat, auch in allen Bevölkerungsschichten. Ich habe mich damit vor einiger Zeit auf meinem Blog befasst, vielleicht hat jemand Interesse: http://nachtliteratur.wordpress.com/2012/07/18/zu-schadenfreude-und-lasterei/
        2) Dass meine Generation bis auf vergleichsweise besonders wenige Ausnahmen kein ehrliches Interesse an Wissenschaft und Kultur zeigt, ist meiner Erfahrung nach nicht richtig. Es gibt genau so viele (oder meinetwegen genau so wenige) Ausnahmen wie auch in den älteren Semestern. Ich kann jedoch gut nachempfinden, dass man besonders aufgrund medialer Darstellungen eine besonders einseitige Vorstellung der heutigen Jugend erhält. Mir verhilft jedoch die persönliche Erfahrung zu einem differenzierteren Bild.

        Der junge Mann mit dem Zellstoff hat sich übrigens wenigstens in meinen Augen durch keines seiner Worte dumm oder interessenlos präsentiert.

        Liebe Grüße

      • Der junge Mann ist immer noch da. Ich sammle gerade seine anderen Fragen, mal schauen was dann hier für Reaktionen kommen. Und ich garantiere es: Keine der Fragen habe ich mir ausgedacht.

  10. Tanja.
    Dumm finde ich, nicht die Möglichkeit zu sehen, dass jemand Zellulose sehr wohl kennt, aber nicht sofort die Verbindung zu Zellstoff zieht. Dumm finde ich, Menschen, die viel lesen und kulturelle Sendungen sehen, per se als klug einzustufen und Menschen, die DSDS sehen, per se als dumm.
    (*augenverdreh* Es lohnt sich nicht, mit diesen Typ Frau zu diskutieren)

    Der Praktikant mag zwar dumm sein und das mit anderen Fragen bewiesen haben, aber aus der bereits geschilderten Situation kann man das nicht beurteilen.

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