9 Monate

Die Bewohnerin Frau D. sieht die neue Praktikantin:

„Oh, wie alt sind Sie?“

„16“

„Schön.Und wann ist es soweit?“

„Was?“

„Sie sind doch in Umständen!“

Die Praktikantin schaut mich an, sie kennt den Begriff nicht.Ich sage es ihr:

„Frau D. möchte wissen wann dein Kind kommt.“

„Ich bin nicht schwanger, Frau W.“

„Ach so, dann haste nur Babyspeck an der Wampe.“

Was die jungen Leute doch noch für eine schnelle Durchblutung haben. Zumindest im Gesicht…..

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25 Antworten zu “9 Monate

  1. Ich finde es sehr liebenswert, wenn ein junger Mensch so richtig schön rot werden kann. 😉

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  2. Dann lade ich dich herzlich ein wenn die Praktikanten ihre erste Woche arbeiten, da erlebt man das am laufenden Band.

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  3. Echt, der Ausdruck „in Umständen“ ist nicht mehr bekannt?

    Mir ist das mal passiert, dass ich bei einer Veranstaltung mit einer Frau ins Gespräch kam und fragte „Und wann kommt Ihr Baby?“ und sie sagte „Ich bin nicht schwanger, ich bin nur dick.“
    Paaaaiiiinlich… 🙂

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  4. Wenn ich die Praktikantin wäre, hätte ich diesem Laden sofort den Rücken gekehrt. Was ist das denn für eine üble Begrüßung? Ich finde das ziemlich unterirdisch. Was erlaubt sich Frau W.?

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    • Altenpflege live. Wer sich so etwas oder andere Bemerkungen zu Herzen nimmt hat auch in der Altenpflege nichts verloren. Das Klischee der lieben und netten Oma, die vor dem Heim noch Lollys und Bonbons an Kinder verteilt und den Kleinen noch über die Haare streichelt wird selten erfüllt. Vor Jahren sagte mal ein Bewohner folgendes: „Früher war ich ein Arschloch, glaubst Du das sich das wirklich im Alter ändert?“ Ist vielleicht was dran.

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      • OK, jetzt kapier ich es, ich dachte, das wäre die Chefin gewesen. Aua. Trotzdem kann man eventuell auch Waldorf und Statler (s. Muppet-Show) dazu bringen, den jüngeren Mitarbeitern etwas Respekt entgegen zu bringen, so es die Verkalkung noch zulässt….

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      • „nett“ ist sowieso nur ein Verhalten. Keine Charaktereigenschaft. Ick hab im Heim gelernt, mich besonders vor den netten Omis in Acht zu nehmen 🙂

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      • Also wir haben einen Bewohner, der uns an seinen schlechten Tagen in übler Fäkalsprache beschimpft und das den ganzen Tag lang. Da schluckt man schon, muß es aber hinnehmen. Am besten gar nichts sagen und ignorieren, auch wenns schwer fällt. Sonst liefert man nur neuen Stoff. Da ist man dann heilfroh wenn Schichtende ist. Diese Beschimpfungen resultieren aus seinen Psychosen, sind also ein Merkmal seiner Krankheit. Wenn man gar nicht damit umgehen kann, ist man im falschen Job, da stimme ich absolut zu.

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  5. *kopfschüttel* Die alten Leute, keinen Respekt mehr vor der Jugend.

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  6. die äußerung „Ach so, dann haste nur Babyspeck an der Wampe.“ ist aber gemein…

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  7. Vielleicht hilft’s dem Mädchen ja, endlich mal an ihre Gesundheit zu denken und etwas auf die Ernährung zu achten. Dann hat die Bewohnerin schon eine ganze Menge erreicht.
    (Ich habe noch nicht mitgezählt, aber es kommt häufig vor, dass ich jungen Menschen einen ähnlichen Kommentar sagen möchte. Ich hab langsam den Eindruck, dass Adipositas ansteckend ist…)

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  8. oh… ok, habe überlesen das es sich dabei um eine bewohnerin handelt. dachte zuerst auch eine der pflegerinnen hat das gesagt. dann muss man es am besten hinnehmen und sich gefallen lassen… oder abnehmen.

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  9. Mein Gott, nicht so empfindlich. Das ist doch nicht schlimm. Das sind alte Leute, die reden halt wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Ich bin auch nicht gerade dünn. Heute meinte ich zu einer Bewohnerin, die wie angewurzelt im Türrahmen stehen blieb, „schieb mal Dein dickes Popöchen auf die Seite“. Sie konterte sofort mit „Guck mal Deinen Hintern an“. Resultat: Grinsen auf beiden Seiten und gut is.
    Mich ärgert viel mehr, wenn ich von von Passanten und Radfahrern wegen meiner Hunde (die wohlgemerkt bei Fuß gehen), angekeift werde oder weil ich mir erlaube mit dem Auto über den Bürgersteig zu fahren um meinen Carport zu erreichen (geht gar nicht anders) und dabei übelst beschimpft werde – von wohlgemerkt „normalen“ Zeitgenossen! Das ist wirklich ärgerlich!

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  10. sven . . . ich finde du solltest für die bewohner in dem heim wo du arbeitest ne veranstaltung „politisch korrekt alt werden“ . . . anberaumen.

    es grüßt alize schwarzer

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  11. @Speculatius: Also, wenn jemand ein Figurproblem hat hilft ein ätzender Spruch meist nicht weiter. Da wir alle jahrelang mit falschen Diätempfehlungen, mit Zucker und Fett vollgestopfter Fertignahrung und grassierendem Schönheitswahn traktiert wurden, ist es kein Wunder, dass die Verfettung voranschreitet. Da aber jeder den ein oder anderen Makel hat, würde ich mich mit Beleidigungen zurückhalten, egal ob mein Gegenüber zu viel wiegt, zu wenig Grips hat oder einen Pickel auf der Nase.

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  12. viele fressen auch aus frust oder weil sie lange weile haben oder oder oder . . . . und wundern sich dann wenn sie fett werden.
    mir kann keiner was empfehlen. fertignahrung kommt bei mir eh nicht auf den tisch. soviel selbstbewußtsein darf schon sein. die schuld immer auf „die anderen“ die hersteller von fertignahrung, diätindustrie etc zu schieben finde ich ziemlich billig. jeder ist für sich selbst verantwortlich.
    aber vielleicht muß man auch erst ma so richtig „fett“ werden, vielleicht muß es erst immer richtig weh tum um das zu checken . . .

    es grüßt wanda wuchtig

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  13. @lesbomat: Richtig, ich hab ja auch nicht geschrieben, dass ich denen das sage, sondern nur, dass ich manchmal dazu versucht bin.
    Wie meine Vorschreiberin auch schreibt: Nicht immer liegt die Schuld bei Anderen. Jeder müsste eigentlich mittlerweile wissen, dass Fastfood nicht gerade zu einer Modelfigur führt. Ich bin auch nicht für diese Hungerhaken, habe selbst ein paar Pfund zu viel auf den Rippen. Aber nicht so viel, dass es gesundheitsgefährdend wäre. Und dass ist doch das Problem, dass nämlich die stark übergewichtigen Menschen Raubbau mit ihrer Gesundheit treiben. Dann geht’s weiter: Die Partnersuche ist erschwert, was oft wieder dazu führt, dass aus Frust noch mehr gegessen wird.
    Ist halt ein Teufelskreis. Vielleicht war die klare Ansage der Bewohnerin ja doch irgendwie hilfreich. Wer weiß…

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