Arzthelferin

Das Telefon klingelt, ich melde mich:

„St.XXX Haus,Pfleger Sven.“

„Ja, Praxis Peilnix, ich rufe an wegen einer Medikamentenbestellung.“

„OK.“

„Können Sie mir da helfen?“

„Wenn Sie mir sagen was Sie wollen.“

„Geben Sie mir mal eine Schwester!“

„Ne, mache ich nicht, Sie haben doch gehört das ich mich mit ´Pfleger`gemeldet habe. Ich bin quasi die männliche Schwester.“

„Aha.“

„Was haben Sie denn nun für eine Frage?“

„Ja, es wurde für Frau XYZ. L-Thyrox 50mg bestellt.“

„Genau, ich habe die Tabletten bestellt.“

„Tzja, leider habe ich in meinen Akten folgendes stehen: Frau XYZ soll L-Thyrox 25mg erhalten, morgens 1 Tablette.“

„Stimmt, das wurde auch so vom Arzt verordnet.“

„Und warum bestellen Sie 50mg wenn sie 25mg bekommt?“

„Sollte ich so machen laut Aussage vom Arzt.“

„Junger Mann, warum soll die Dame morgens 25mg bekommen und der Doktor sagt Ihnen das Sie 50mg bestellen sollen? DAS will mir nicht in den Kopf!“

„Gnädige Dame, kennen Sie die Hälfte von 50?“

„Wie?“

„Die Hälfte von 50!“

„25“

„Genau. Schön. Wenn ich nun die 50mg Tablette teile, was habe ich dann für eine Stärke?“

„…. 25mg..“

„Wow.Wunderbar.“

„Ach so, dann hat er das wirklich gesagt. Er hat die stärkere Dosis verordnet und Sie sollen die Tablette dann teilen.“

„Na sehen Sie. Man lernt nie aus, auch im hohen Alter.“

„Mmmph. Auf wiedersehen.“

„Tschüß.“

Maaaaaaan

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8 Antworten zu “Arzthelferin

  1. Menschen gibt’s … ^^

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  2. Mit der Blödheit mancher Menschen kann man ganze Wände tapezieren.

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  3. Naja, sie hat es ja gut gemeint und wollte eine Überdosierung verhindern.

    Vielleicht kennt sie das Medikament auch nicht so gut, es gibt ja teilbare und nicht teilbare Tablettenformen.
    Da hast Du beim Medikamentenstellen natürlich mehr Berührungspunkte und deswegen mehr Erfahrungswerte als sie.

    Ich glaube, was Dich viel mehr gewurmt hat, war auch eher die Tatsache, dass sie mit „Pfleger“ nichts anfangen konnte und eine „Schwester“ verlangte.

    Bei uns in der Branche ist es häufig andersherum, da erwarten die Kunden immer einen Mann, wenn sie den Chef zu sprechen wünschen. Und wenn dann die Chefin ankommt, gucken sie erstmal ganz konsterniert.
    Als wenn sowas vom Geschlecht abhängen würde, ob jemand kompetent ist oder nicht…Du bist halt gerade das Opfer von weiblichem Chauvinismus geworden, mein Beileid!
    Aber ich denke, Du wirst deswegen nicht heulend von der Teppichkante springen und nach einer offenen Gruppentherapie lernen, mit diesem Trauma zu leben.

    Grinsende Grüße
    von einer nur ausnahmsweise zu weiblichem Chauvinismus neigenden
    Postpanamamaxi

    PS: Meine Söhne sollen sich emanzipieren, die sollen Entbindungspfleger werden (=männliche Hebamme)!

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    • Das mit der Schwester und dem Pfleger habe ich immer.Gestern wurde ich gefragt ob ich meinen Zivildienst mache.Soooo jung sehe ich leider auch nicht mehr aus. Es nervt einfach, über ein Jahr dort Tabletten zu bestellen und dann fragt mal jemand nach.Personalwechsel hat beim Arzt nicht stattgefunden.

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      • Wenn die Gute allerdings erst nach einem Jahr drüber stolpert, dass die Mengenangaben differieren, dann ist das natürlich keine gute Visitenkarte für sie.

        Und dass erschreckend viele Leute zum Schubladendenken neigen, liegt daran, dass es ihnen das genaue Hinsehen und eigene Nachdenken erspart. Das wäre nämlich anstrengend.

        Und so werden Leute, die scheinbar „geschlechtsuntypische“ Berufe ergreifen, immer wieder mit diesem Problem konfrontiert. Wobei ich es schon ungewöhnlich finde, dass Alten- und Krankenpflege immer noch als klassischer Frauenberuf betrachtet wird. Wie ist da eigentlich die tatsächliche Verteilung von Männern und Frauen?

        Übrigens hatte ich durchaus gewisse Probleme damit, meinem vierjährigen Chauvinistenzwerg beizubringen, dass es durchaus Feuerwehrfrauen und Soldatinnen gibt und dass Frauen mehr können als Kinderkriegen und Kochen. Er hatte wirklich diese Einstellung und dabei bin ich alles andere als ein Hausmuttchen!

        Was mir zeigt, dass der Kampf gegen das Schubladendenken eine Aufgabe ist, die jeder einzelne für sich immer wieder aufnehmen muss.

        Viele Grüße
        Postpanamamaxi

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      • Wir haben 2 Pfleger im Haus und mit Aushilfen,Teiilzeitkräften etc ca. 70 weibliche Mitarbeiter in der Pflege.Alle miteinbezogen.
        Bei den Schüler sieht es so aus:
        1.Lehrjahr: 2 Männer, 22 Frauen
        2.Lehrjahr: 3 Männer, 19 Frauen
        3.Lehrjahr: 3 Männer, 16 Frauen

        Im Krankenhaus nebenan bei den Krankepflegeschülerin ist die Verteilung in etwa gleich, soll nicht heißen das es in ganz Deutschland so ausschaut.

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  4. Also bei uns arbeiten im ganzen Haus nur 2 männliche Pfleger, ein dritter hat vor kurzem aufgehört. Der Rest sind alles Frauen. Wobei ich gerne mit den Männern zusammenarbeite, die sind wenigstens nicht so zickig und solche Labertaschen wie so manche Kollegin.

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  5. Also ich muss sagen das ich in einem reinen frauen heim arbeite auser im technischendienst und in der küche der koch sind es nur weiber auch bei den bewohnern ist aber eigentlich ganz nett =)

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