Frau R.

Frau R. ist verstorben. Ob ich mich noch an die Dame erinnere fragte mich ein Angehöriger einer anderen Bewohnerin.
Klar, die war vor 2 Jahren bei uns, ist dann nach Hause zu dem Sohn gezogen da das Heim laut Sohn zu teuer war.
Der Angehörige erzählte die ganze Story:
Frau R. ist hier ausgezogen, der Sohn hat dann für zu Hause eine polnische Pflegekraft angeheuert, natürlich schwarz wie sich das für Lehrer gehört.Die Pflegekraft erledigte auch ihre Arbeit.Nach 3 Monaten hatte sie wohl keine Lust mehr und hat erst einmal die komplette Wohnungseinrichtung und Wertgegenstände aus der Wohnung in die Heimat geschmuggelt. Der Sohn von Frau R. sah keine andere Möglichkeit als die Mutter wieder in ein Heim zu bringen. Diesmal aber in ein preiswerteres Haus. Dort gefiel es der Mutter überhaupt nicht.
Nun ist sie verstorben.
Schon merkwürdig wen man so etwas von einer ehemaligen Bewohnerin hört.

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5 Antworten zu “Frau R.

  1. Die Diskussion über die osteuropäischen “Pflege”-Kräfte kenne ich aus Angehörigengruppen. Dabei wird übersehen, daß es sowieso diejenigen sind, wo ein gewisser finanzieller Grundstock da ist, bei denen das in Frage kommt. Nur für die Leute, die ein Haus oder eine Eigentumswohnung haben, steht das zur Diskussion. Wer erst einmal Miete für den Pflegebedürftigen und die Pflegeperson zahlen muß, für den “rentiert” sich das gar nicht. Von daher sind es die falschen, die jammern, daß sie sich ein Heim nicht leisten könnten.

    Aber die ethische Dimension bei dem Ganzen finde ich noch fragwürdiger. In meinem alten Weblog habe ich etwas dazu geschrieben:
    Legal – illegal – scheißegal:

    http://alzheimer.myblog.de/alzheimer/art/1903940

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  2. Grüss Gott,

    ich finde das schrecklich! Und der/dem Vorschreiber/in gebe ich völlig Recht.
    Mit unserem kleinen Welpen habe ich vermehrt Kontakt mit alten Menschen auf der Strasse.Wenn ich in deren Augen schaue sehe ich Wehmut.

    Liebe Grüsse//Erika

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  3. Hallo und guten Abend!
    Ich bin auch eine APF und ich frage mich des Öfteren, ob es mir im Alter auch einmal so gehen wird, wie ich und viele andere das Tagaus und Tagein erleben? Bei uns im Heim ist eine liebenswerte, sanftmütige Dame, deren Kinder an ihr sparen und sparen und nicht einmal das Geld für eine bestimmte Creme aufwenden wollen. “Es bringt doch eh nichts mehr.” Mag sein, aber alleine das Gefühl zu wissen, dass die Kinder alles tun, damit es ihr gut geht, ist doch auch schon ein wundervolles Gefühl. Sie wird dieses Gefühl wohl nie erleben und von daher werden ihre Augen wohl auch bis zum Tod wehmütig dreinschauen. Mandy

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    • Ich arbeite in einer Apotheke, die mit mehreren Heimen zusammenarbeitet und erlebe das gleiche leider auch immer wieder. Dass die Angehörigen an ihren Eltern, Großeltern, Onkeln und Tanten sparen, wo sie nur können.. Alles hinterfragen und kritisieren.. Klar müssen sie ihr eigenes Leben auch finanzieren. Aber dass die Verwandten, die nun im Heim leben und auf ihre Hilfe angewiesen sind, auch immer für sie da waren und sie groß gezogen haben, das wird oft vergessen…. Man kann nur draus lernen, und sich vornehmen, später anders zu sein, wenn es um die eigenen Verwandten geht.

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  4. ….traurig, irgendwie…

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